Super-4-Rennen 2004 - Die längsten Abfahrtsrennen der Welt
 
 
It`s A Game...Formula Ski...
 
Bald ist es wieder so weit: Anfang 2005 wird in der Schweiz wieder das Auftaktrennen zu den vier längsten Abfahrtsrennen der Welt gestartet: Der Weiße Schuss von Laax. Die Super-Vier-Rennen, bei denen es auch eine Gesamtwertung gibt, sind zusammen über 50000 Meter lang. Die Berühmteste der vier Abfahrten ist das Infernorennen, das die meisten dem Namen nach kennen.

Einmalig in der "Formula Ski" sind die Super-Vier-Rennen im gesamten Wintersport. Sprünge, Geschwindigkeiten jenseits der Schallmauer von 100 km/h sind normal, brennende Oberschenkel und spektakuläre Action stehen dort bei jedem der vier Rennen auf der Tagesordnung.
     
 
Die Racetermine...Die eindrucksvollen Daten....
 
  • Weißer Schuss Laax, 12 Kilometer, 2810-1090 m, 08. Jänner 2005
  • Hexenabfahrt Belalp, 14 Kilometer, 3100-1300 m, 15. Jänner 2005
  • Infernorennen Mürren, 16 km, 2790-800 m, 22. Jänner 2005
  • Allalinrennen Saas-Fee, 23 km, 3600-1700 m, 08. April 2005, höchstes Abfahrtsrennen der Welt!

     
 
Ten Seconds To Countdown...Alle 15 Sekunden ein Start...
 
Die Teilnahme an den Super-4-Rennen ist Skifahren im Grenzbereich. Letzte Kraftreserven auf den unendlich langen Abfahrten mobilisieren. Alle 15 Sekunden werden Läufer auf die Rennstrecken geschickt...
     
 
Higher Than Heaven...Race To The Fire...
 
Mit Abfahrtsskiern von über 2 Metern Länge ging Christian an den Start der Rennen.- Ab in die Tiefe , Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in weit unter 10 Sekunden...-Einfach nur Rennhocke und dem Ziel entgegen. Ein Kampf gegen schmerzende Muskeln und den Beschleunigungskräften in den weiten Kurvenradien. Sartplätze auf über 3000 m, eisige Kälte, Naturgewalten und eine einmalige Natur...
     
 
Rückblick 2004: Das Allalinrennen am 17. April 2004
 
19.04.04: Dieses Jahr hatte Christian Flühr in Saas-Fee wenig Glück. Das Wetter machte eine Durchführung auf der Originaldistanz im Team- wie Einzelrennen unmöglich, der Start musste an den Panoramaplatz verlegt werden. An der Ausfahrt Kanonenrohr machte der Skirennläufer nach bis dahin guter Fahrt einen "Ausflug" in den Tiefschnee. Bei knapp 100 km/h hatte es Christian die Abfahrtsskier verschlagen, bis auf einen großen Schreck und ein paar kleinere blauen Flecken blieb er unverletzt. Tags darauf fuhr die Angst mit, so dass nur zu einem Platz im hinteren Mittelfeld reichte.
     
 
Belalp-Hexenabfahrt: 18. Januar 2004
 
20.01.2004: Dank einer ausreichenden Schneelage sollte die diesjährige Hexenabfahrt auf der Originaldistanz durchgeführt werden. Heftige Schneefälle in den Tagen vor dem Rennen sorgten allerdings im oberen Streckenbereich für eine erhebliche Lawinengefahr, so dass sich die Organisatoren zu einer Startverlegung nach unten durchringen mussten. Am Schönbiel auf 2300 m Seehöhe wurde gestartet. Trotzdem war die Rennstrecke nach Blatten immer noch über 10 km lang.

Mit Startnummer 582 ging Christian ins Rennen. Die äußeren Bedingungen waren am Renntag im Wallis recht gut, der Schneefall hatte nachgelassen. Zwar schnitten ihm zwei zugleich gestartete Schweizer im Starthang den direkten Weg ab, aber bereits im ersten Gleitstück überholte er die beiden. Der vierte mit Christian ins Rennen gegangene Rennläufer und Teampartner Wolfi Denzel aus Singen folgte im Windschatten. Der Weltrekordhalter war gut und schnell unterwegs, weitere vor ihm gestartete Fahrer ließ er hinter sich. In tiefer Rennhocke machte er Tempo. Dann kam die S-Kurve an der Seilbahnbergstation. Die enge Linie, die der Skirennläufer wählte, um möglichst allen Schwung mit in den unteren flachen Pistenabschnitt zu nehmen, wurde ihm zum Verhängnis. Der viele Neuschnee war bereits extrem ausgefahren, an der Ausfahrt S-Kurve kaum das Erdreich zum Vorschein, darauf kante er und fand sich im Tiefschnee neben der Piste wieder. Etwa eine halbe Minute dauerte es bis Christian wieder auf der Rennstrecke zurück war, Teampartner Wolfi Denzel war längst vorbei gezogen, dazu hatte er sämtlichen Speed verloren und konnte die verlorene Zeit in keiner Weise mehr gut machen. Trotz des unfreiwilligen Ausfluges in den Tiefschnee wurde Christian mit Silber ausgezeichnet. Der Rückstand auf den Sieger war allerdings prozentual gerechnet größer als im Vorjahr. Silber erhält bei der Hexenabfahrt jeder der mit weniger als 20 % Zeitrückstand ins Ziel kommt. "Es war erheblich mehr drin gewesen. Ohne Sturz wäre ich der Bestzeit ziemlich nahe gekommen. Genau lässt sich das nur schwer abschätzen, wie viel Zeit ich durch meinen Ausflug in den Tiefschnee verloren habe." kommentierte Christian das Ergebnis.
     
 
Rückblich 2003: Weisser Schuss Laax 11. Januar 2003
 
14.01.2003: Nach dem ersten von vier Rennen war Christian im Gesamtklassement um Platz 50 gelandet. Die Abfahrt in Laax lieferte den Beweis, die Krankheit war abgeheilt. Jetzt war wieder Vollgas angesagt! Der weiße Schuss, Schwerstarbeit für die Oberschenkel, über 4:30 min reine Rennhocke und Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h, dazu ein großer Sprung.

Gegen 12:06 Uhr katapultierte sich der Marathonskiweltrekordhalter vom Start in 2810 m Seehöhe. Die Piste war bis auf ein paar Schläge im Steilhang perfekt! Binnen weniger Sekunden war über Tempo 100 km/h erreicht, die lange Gleitpassage an der Ausfahrt Steilhang mit knapp 130 km/h hinab und dort überholte er den ersten vor ihm gestarteten Läufer. (Bild li: Steilhang und Gleitpassage, re: Sprung)
     
 
Belalp-Hexenabfahrt: 18. Januar 2003
 
19.01.03: Auch im Wallis zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Bei besten Pisten- und Wetterbedingungen konnte sich Christian für das Rennen einfahren und ging am Samstag mit Startnummer 381 an den Start. Die Piste kam ihm schon mehr entgegen: Oben eng und technisch anspruchsvoll, in der Mitte ein 30 Meter Sprung und nach 7 Fahrkilometer dann ein langes Gleitstück bis ins Ziel, bei dem die Oberschenkel bis auf das äußerste beansprucht wurden. Im Rennen war lediglich der Start etwas ungewohnt, gleich zu viert wurden die Teilnehmer auf die Strecke geschickt, aber bereits nach wenigen Fahrsekunden hatte er die mit ihm Gestarteten abgehängt. Der Einsatz hat sich gelohnt, Christian wurde mit Silber ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird nur an die 25 besten Prozent des Rennens verliehen und auch in der SUper-4-Wertung konnte er Plätze gut machen. Neben dem Rennen selbst waren insbesondere die vielen als Hexen kostümierten Skifahrer sehenswert und das gigantische Panorama im Wallis!
     
 
Das Rennen der Rennen: Inferno Mürren 25. Januar 2003
 
28.01.03: Schon die Anreise nach Mürren war ein kleines Abenteuer, denn anders als in den Vorwochen ist der Ort autofrei und daher nur mit Seilbahn zu erreichen. Deshalb hieß es erstmal umpacken, um an den Originalschauplatz des James Bond 007-Streifens "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" zu gelangen. Oben in Mürren dann ein wunderschönes Schweizer Bergdorf tief verschneit. Zielort des wohl berühmtesten und ursprünglichsten Skirennens der Welt, dem Infernorennen. Insgesamt waren für das 60. Jubiläum ungefähr 1900 Starter angemeldet, Christians Startnummer, 565, war eher gut als schlecht, da im ersten Drittel.

Freitag vor dem Rennen wollte sich der Skirennläufer eigentlich die Piste anschauen, aber heftiger Schneefall und eine große Lawinengefahr ließen einen Streckenbesichtigung nicht zu. Abends in Mürren wurde das Rennen dann eröffnet. Zunächst mit dem traditionellen Teufelsumzug und danach mit einem großen Feuerwerk über Mürren.

Samstag am Renntag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite, aber schon bei der Auffahrt zum Startplatz Piz Gloria 3000 m Höhe , an dem im 007 Streifen auch der Bösewicht Graf von Blohfeld lebte , war zu erahnen, warum das Infernorennen seinen Namen zu Recht trägt. Im Engetal auf 2600 m war eine der beiden Steigungen zu sehen, die sich über 400 m hinzog und das mit Abfahrtsskier, die reine Hölle. Das Ziel des Rennens über 1600 m tiefer gelegen, unterwegs war die Piste mit nur 9 Toren ausgeflaggt.

Pünktlich um 11:06 Uhr katapultierte er sich aus dem Starthäuschen und machte sich auf die über 10 km lange Piste. Zunächst nur Gleiten bis zum Anstieg (Foto li.), dann 4 Minuten Hölle pur; die Lunge brannte noch Stunden nach dem Rennen. Was sich aber nach dem Anstieg anschloss, war Christian bei der Auffahrt noch verborgen geblieben, das Kanonenrohr (Foto li.). Mit letzten Kräften, ohne Streckenbesichtigung durfte er diesen Teil hinabrasen; getreu dem Motto: schwarz, schwärzer, Kanonenrohr. Erst nach der Ausfahrt Kanonenrohr kam er in bekanntes Gefilde am Almenhubel und durfte auch noch Aufstieg zwei hinter sich bringen, der allerdings nur knapp eine Minute lang war. Was danach bis zum Ziel kam, war nicht mehr die Rede wert, insgesamt brauchte Christian 16:30 min und holte sich somit Bronze. Sicherlich wäre mit Streckenbesichtigung mehr drin gewesen, trotzdem der Skirennläufer ich mit seiner Leistung zufrieden, denn auch in der Super-4-Wertung rutschte er wieder einige Plätze weiter vor.

Trotz aller Strapazen stellte das Infernorennen alle Rennen in den Schatten, bei denen Christian bisher gestartet war und mit Sicherheit will er 2004 dort am Start sein!
     
 
Allalinrennen: Saas-Fee 05. April 2003
 
Auch beim letzten der Super-4-Rennen zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite: Strahlend blauer Himmel und Traumschnee bis ins Tal in Saas-Fee. Der Veranstalter hatte aus den Schneemassen eine Traumstrecke bei der höchsten Abfahrt der Welt gezaubert. Über 10 Kilometer weißer Rausch beim Allalinrennen. Spitzengeschwindigkeiten von über 140 km/h bei Christian lassen jeden respektvoll verstummen. 10 Kilometer Abfahrtsrennen in weniger als 6 Minuten ist Spitzensport pur. Insbesondere beim Sie&Er-Rennen am Tag vor dem Hauptrennen landete Christian zusammen mit seiner Trainerin Sandra Sabitzer eine Spitzenplatzierung unter den 30 besten Startern von insgesamt 800 Teilnehmern des Rennens. Leider hatte Christian in beiden Renn mit "lebendigen Slalomstangen" zu kämpfen, also vor ihm gestartete Läufer, die langsamer auf der Piste unterwegs war. Das verhinderte eine noch schnellere Fahrt von Christian und damit bessere Platzierung von ihm.

Am Ende des Wochenendes durfte Christian endlich die heiß begehrte Super-4-Medaillie in Empfang nehmen. Auf die Auszeichnung ist Christian mächtig stolz .
     


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